Lieber positiv aktiv, als passiv depressiv

Ein Patientenbericht

„Wie schwer ist es mir doch noch vor einem Jahr gefallen, zu Ihnen zu gehen  und meine Angewohnheit, mich ins Bett zu verkriechen, zu überwinden.Es erschien mir nahezu ausgeschlossen, mich körperlich und zwischenmenschlich zu aktivieren. Woher nur sollte ich die Kraft nehmen? Meine Gedanken kreisten nur in Negativ-Spiralen: >Ich bin  unnütz, erfolglos, ich kann kaum etwas, ich bin selbst schuld, ich bin wertlos, alle anderen sind besser als ich… < Ich habe letzten Endes durch meine Psychotherapie erfahren, dass mir die verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, ergänzt mit meinen Fähigkeiten und durch meine Selbstdisziplin, von Woche zu Woche aus meiner der Lethargie und depressiven Stimmung  einen Schritt weiterhelfen konnten.

Hatte ich es tatsächlich geschafft morgens gleich aufzustehen, fiel es mir auch leichter gleich zu duschen und anschließend Morgengymnastik zu machen und beim Frühstück einen Fahrplan für den Tag zu entwickeln. Als ich das geschafft hatte, fiel es mir viel leichter, zu joggen und Kontakte neu zu knüpfen. Als mir dies geglückt war, konnte ich auch mehr Begeisterung an Tätigkeiten wie Biergartenbesuch, Telefonate führen,  mit dem Fahrrad fahren, ausgedehnten Spaziergängen,  Einkaufen, Lesen usw. empfinden. Nachdem ich Zug um Zug  aktiver wurde, hat sich in Etappen mein Selbstwertgefühl verbessert.

Das einüben optimistischer Gedanken war nicht eunfach und hat mich jede Menge Kraft gekostet. Am Anfang setzen sich oft  belastende Gedanken durch. Damit ich positive Gedanken bekam mußte ich dies erlernen und schließlich wie Vokabeln auswendig lernen. Als Folge wurde meine >positive Stirn im  Hirn< zunehmend und mehr breiter und schlechte zunehmend schmäler. Basis dieser Erfolge war selbstverständlich die Minderung der Belastungen, was zwar mühsam war, mir aber in  diesem Jahr schon ganz gut geglückt ist. Die therapeutischen Übungen machen mich inzwischen hellhöriger für eine Differenzierung zwischen Belastungen, die mir guttun (wie z.B. Sport und Gartenarbeit), und nachteiligen Belastungen (wie z.B. Mehrarbei, Überstunden oder die Übernahme der Mutterrolle für meine  Mutter).   Ganz wesentlich} war es für mich auch, meine Grundbedürfnisse zu beachten und die Regularien für ein der Gesundheit förderliches Leben einzuhalten.

Es ist mir bewusst, dass das noch lange beibehalten werden muss, damit ich noch stabiler werde und keinen Rückfall mehr kriege. Und selbstverständlich schwankte auch im Verlauf dieses Jahres meine Stimmung auf und ab, allerdings im Ergebnis ging es Stufenweise bergauf.

Ein Jahr lang bin ich allwöchentlich zu den Therapiesitzungen gegangen und das zunehmend mehr und mehr lieber, weil ich als Folge eine positivere und aktivere Lebenseinstellung mehr und mehr zunahm und ich eine deutlich bessere Lebensqualität bekam.Meine Therapeutin meint, dass wir nun noch etwa6 Monate Stabilisierungsarbeit machen sollten,  und das mit größeren Sitzungsabständen die zwischen  zwei und vier Wochen liegen sollten. Wenn wir dann ein Rückfall-Prophylaxe-Plan kreiert haben, kann ich die Behandlung eingestellt und mit den gesammelten  Ergebnissen  und Übungen mir ein Selbsthilfeprogramm für die kommenden Jahre entwickelt werden.

Diese >> Zwischenbilanz>>kommt von einer 28-jährigen Patientin, die aufgrund eines übergroßen Arbeitspensums und falscher Verantwortung für ihre Herkunftsfamilie depressiv wurde; darüber hinaus waren Angststörungen in ihrer Familie verbreitet.

Die komplette Behandlung} hindurch galt für sie und für mich das Motto „lieber positiv aktiv als passiv depressiv“.

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