Kratzen bis es blutet

 

Die Diagnose Krätze

 

Die Haut juckt ununterbrochen und kein Arzt kann eine Diagnose stellen – der Betroffene leidet unter Krätze. Oft liegen bei dieser Erkrankung zwischen der Diagnose und der wirksamen Therapie mehr als eineinhalb Jahre.

Hört man auf Fachleute, dann ist die Krankheit in Deutschland auf dem Vormarsch. Exakte Zahlen über die Anzahl der Erkrankten sind allerdings nicht verfügbar.

Begonnen hat alles mit einem andauernden Juckreiz bei der Tochter. „Ich belächelte das und erklärte dies damit, dass das Kind keine Lust auf Schule hat“, erinnert sich die Mutter. Allerdings nur wenige Wochen später trat der Juckreiz bei der gesamten Familie auf. Kaum auszuhalten, rund um die Uhr und am gesamten Körper. „Das schlimmste war, wir haben uns gekratzt bis es blutete und keiner konnte uns sagen woher das kommt. Die konsultierten Ärzte mutmaßten Masern, Ekzeme, auf Vogelmilben und Allergien. Aber kein Medikament half.

Vor Krätze ist keiner gefeit

Bisher gibt es keine auswertbaren Daten, die auf die Entwicklung in der Gesamtbevölkerung Rückschlüsse zulassen würden. Um genauere Fallzahlen zu bekommen, müsste es erst eine Studie geben. An einem Konzept dazu wird gearbeitet.

Eine steht auf jeden Fall fest. Die Krätze, die Fachleute auch als Skabies bezeichnen, kann jeden treffen. Ausgelöst wird sie durch Milben. Diese werden wiederum durch Hautkontakt auf andere Personen weitergegeben.

Oftmals erfolgt die Übertragung der Krätze von Kindern auf ihre Eltern, Partner untereinander oder von pflegebedürftigen Personen auf ihre Pfleger.

Bei einer gewöhnlichen Skabies sind die Betroffenen oft nur von einigen Dutzend Milben befallen. Bei einem schweren Verlauf, auch schwere Krusten-Skabies genannt können es Millionen dieser Tiere sein.

Die Milbeneier liegen meist unter der oberen Hautschicht

Die an manchen Körperarealen dünne, warme Haut wie zum Beispiel zwischen den Fingern und an den Knöcheln, am Bauchnabel und am Gesäß, gehört nicht zu den bevorzugten Regionen für Milben. Viel lieber unterwandern sie die oberen Hautschichten. In die Gänge, die die Tiere dort bohren legen die Milbenweibchen ihre Eier oder auch den Kot ab. Der Körper versucht sich dagegen zu wehren und löst durch seine Abwehrreaktion den starken Juckreiz aus. Menschen mit einem schwachen Immunsystem verspüren dagegen meist keinen Juckreiz. Deshalb kann sich bei Ihnen die Krankheit meistens unbemerkt ausbreiten. Als weitere Anzeichen eines Milbenbefalls treten Bläschen, gerötete Knötchen und die typischen Muster der Gänge auf.

Unter Ärzten gibt es oft noch Unsicherheiten mit der Diagnose, da man manchmal  die Gänge unter der Haut nur schwer erkennen kann. Der deshalb oftmals über einen langen Zeitraum auftretende Juckreiz ist für die Patienten häufig sehr stark belastend. Freunde wenden sich oft ab oder Umarmungen werden vermieden. Auch das tägliche waschen der Wäsche schafft keine Abhilfe, es sei denn die Wäsche wird bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad gewaschen, denn diese Temperaturen vertragen Milben nicht.

Es leiden weltweit etwa 330 Millionen Menschen an Krätze

Diese erschreckend hohe Zahl stammt von Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Wie viele es ab in Deutschland sind, ist nicht bekannt. Eine Meldepflicht für Krätze gibt es derzeit noch nicht. Lediglich für Einrichtungen, in denen sich die Krätze schnell ausbreiten kann, müssen Ausbrüche an die Gesundheitsämter melden. Darunter fallen etwa: Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Flüchtlingsheime oder auch Gefängnisse. Diese Daten werden allerdings nicht an Landesbehörden oder das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) weitergeitet. Deshalb ist es unklar wie es Deutschlandweit aussieht, selbst Trendanalysen sind aus diesem Grund nicht möglich.

Erkennbar ist nur, dass die Fallzahlen auch in unserem Land ständig steigen. Die Angaben über gestiegene Krätze-Zahlen sind vielfältig, da nicht jeder Erkrankte dem ein entsprechendes Medikament verordnet wird ist auch wirklich von Skabies-Milben befallen. Es kann natürlich auch vorkommen, dass die Menschen mehrere Verordnungen erhalten.

Auch die immer weiter steigende Anzahl von Flüchtlingen in Deutschland wird mitunter für steigende Fallzahlen verantwortlich gemacht. Das kann sicherlich für in Deutschland ankommende Flüchtlinge gelten. Da aber medizinische Untersuchungen vorgenommen werden und der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sei meist nicht so eng ist, kann dies den Anstieg alleine nicht erklären.

„Die Krätze geht unter die Haut“

Die Behandlung der Krätze kann sich mitunter lange hinziehen, da sie meist nicht sofort erkannt wird. In den meisten Fällen reicht zur Behandlung eine Salbe, die regelmäßig aufzutragen ist. Zudem wird ein Medikament verordnet, das ebenfalls regelmäßig eingenommen werden muss. Dann sollte wieder Ruhe eingehen. Nach den Erfahrungen die ehemalige Patienten mit der Krätze gemacht haben, geht die Krankheit regelrecht unter die Haut. Selbst zu seelische Probleme soll sie schon verursacht haben. Da ständige kratzen gegen den Juckreiz kann zudem unschöne Narben hinterlassen. Zudem besteht die Gefahr, dass wer einmal die Krätze gehabt hat, anfällig dafür ist.

Verwendete Quellen:

    * dpa

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