Fieberkrämpfe bei Kindern

Was hilft bei einem Fieberkrampf ?

Es verursacht bei Eltern fast immer einen Riesenschreck, wenn sie sehen das ihr Kind während  eines Fieberkrampfes Muskelzucken bekommt, die Augen verdreht und kurz das Bewusstsein verliert. Eigentlich sind solche Fieberkrämpfe harmlos. Halten sie allerdings länger als 15 Minuten an, dann sollten Sie dringend den Notarzt rufen.

Wann treten Fieberkrämpfe auf?

Fieberkrämpfe bei Kindern treten in der Regel im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren auf. Am häufigsten sind sie im zweiten Lebensjahr, Jungen sind etwas öfter betroffen als Mädchen. Bei etwa 25 Prozent dieser Kinder sind bereits im engeren Familienkreis Fieberkrämpfe aufgetreten. Eine erbliche Veranlagung ist daher in vielen Fällen anzunehmen.

Daneben ist vor allem die Geschwindigkeit des Fieberanstiegs entscheidend für das Auslösen eines Fieberkrampfes. In der Regel sind die Krampfanfälle von kurzer Dauer und treten einmalig auf. Das Risiko eines Rückfalls ist am größten, wenn eine erbliche Vorbelastung besteht, es häufig Fieber hat und die Körpertemperatur beim ersten Fieberkrampf unter 39 Grad Celsius war.


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Das sind die Symptome für einen Fieberkrampf

Bei einem Fieberkrampf verliert das Kind für kurze Zeit das Bewusstsein. Die Muskulatur verkrampft sich, Arme und Beine zucken. Häufig verdrehen Kinder die Augen oder haben einen starren Blick. Die Atmung verlangsamt sich und die Haut kann sich blau verfärben. Häufig dauert so ein Anfall nur wenige Minuten, dann erschlafft der Körper, die normale Hautfarbe kommt zurück und das Kind ist völlig entkräftet und müde. An den Fieberkrampf erinnert sich das Kind oft gar nicht.

Wie sollten sich Eltern bei einem Fieberkrampf verhalten?

Oberstes Gebot bei einem Fieberkrampf: Ruhe bewahren! Das krampfende Kind wird weich gelagert, am besten auf einem Bett oder einer Decke. Die Kleidung wird gelockert. Fiebersenkende Maßnahmen wie Wadenwickel sind ratsam. Das Kind darf in dieser Situation nichts zu essen oder trinken bekommen. Wenn es sich erbricht, muss es in die stabile Seitenlage gebracht werden, damit es sich nicht verschluckt.

Ist es der erste Fieberkrampf sollten die Eltern das direkt danach zum Arzt bringen, um die Ursache des Krampfes zu klären. Wenn der Anfall länger als ein paar Minuten dauert, muss ein Notarzt gerufen werden.

Wie wird ein Fieberkrampf behandelt?

Während des Anfalls kann der Arzt krampflösende und fiebersenkende Mittel geben. Bei Kindern, die wiederholt Fieberkrämpfe haben, ist es hilfreich, wenn die Eltern Diazepam-Zäpfchen im Haus haben. Es hemmt bereits nach wenigen Minuten die Krämpfe. Wenn das Kind nach fünf Minuten immer noch krampft, kann ein weiteres Zäpfchen gegeben werden. Die mögliche Höchstmenge sollte je nach Kind und Art der Anfälle mit dem Arzt vereinbart werden. Das Kind sollte bei hohem Fieber abgekühlt werden, entweder indem es entkleidet und nur mit einem dünnen Laken bedeckt wird, mit Wadenwickeln oder mit fiebersenkenden Medikamenten wie beispielsweise Paracetamol.

Wie kann man vorbeugen?

Zur Vorbeugung weiterer Anfälle sollte nach einem Fieberkrampf im Abstand von maximal drei Stunden Fieber gemessen werden und plötzliche Temperaturanstiege zum Beispiel Wadenwickeln vermieden werden. Generell sollte bei Infekten regelmäßig die Temperatur gemessen und auf erste Anzeichen eines Krampfes geachtet werden. Das Kind sollte viel Wasser trinken.

Bei einer Körpertemperatur über 38,5 Grad Celsius sollten fiebersenkende Medikamente gegeben werden, um einen plötzlichen Temperaturanstieg und damit einhergehenden Fieberkrampf zu verhindern. Diazepam-Zäpfchen dienen nicht zur Vorbeugung, sie helfen nur bei akuten Anfällen. Mit circa sechs Jahren hören Fieberkrämpfe normalerweise auf.

Welche Folgen können Fieberkrämpfe haben?

Fieberkrämpfe sehen zwar erschreckend aus, sind aber in der Regel harmlos. Es entstehen sehr selten bleibende Schäden im Gehirn des Kindes. Nur wenn die Krämpfe sehr lang anhalten, in kurzen Abständen immer wieder auftreten oder Epilepsie in der Familie vorkommt, könnten möglicherweise Schädigungen oder Funktionsstörungen im Gehirn auftreten. Ein Besuch beim Arzt nach einem Krampfanfall ist zur Ursachenforschung beziehungsweise richtigen Behandlung daher unerlässlich.

Quelle: dpa

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