Erscheinungsformen der Depression

Eine Übersicht über die  diversen Erscheinungsformen von depressiven Verstimmungen bis hin zu  behandlungsbedürftigen Psychische Erkrankungen.

Die Bezeichnung >> Depression << oder >> ich bin heute depressiv << wird  auch irrtümlich für eine ganz herkömmliche melancholische Stimmung oder Traurigkeit benutzt. Sie finden unter meinen Beiträgen einige Erklärungen, wie Sie auf eine ausgeglichene Art und Weise mit diesen Gefühlen umgehen können.

Falls Ihre wiederkehrenden unangenehmen Emotionen durch bestimmte Ereignisse hervorgerufen werden, liegt eventuell überhaupt keine Depression vor, stattdesseneventuell} nur eine gesunde Reaktion auf belastende Erlebnisse. Hier hilft Ihnen eine >>Belastungsanalyse<< oder die Übung >>Energiekuchen<<.

Den bekannten Baby-Blues, den etwa ein Jeder Dritte Mutter kennt, stellt ein normales, meist ein nur drei bis sechs Tage dauerndes, körperliches und seelisches Tief nach der Geburt dar. Hierfür ist vor allem die hormonelle Umstellung verantwortlich. Der Körper regelt dies im Allgemeinen selbst wieder.

 

sad children hugging his mother

Unglaublich viele Frauen kennen – verursacht durch die mit der Hormonumstellung vor der Periode – eine gereizte oder bedrückte Stimmung, das sog. Prämenstruelle Syndrom. Glückt es, sich auf diese Tatsache einzustellen, geht dies nach ein paar Tagen auch wieder vorüber. Eine Therapie ist dann nicht erforderlich.

Auch >> alltäglich << ist die sog. Entlastungsdepression. Sie tritt oft nach Phasen starker Mühe} wie  Examensarbeiten, Hausbau usw., auf. Wenn diese Projekte erledigt sind,  verspüren die Betroffenen manchmal ein Leeregefühl, die sich vergleichbar mit depressiven Stimmungen anfühlen. Ruhe und Zerstreuung oder z.B. eine allinklusive Urlaubsreise können dabei helfen, sich allmählich mit Begeisterung und Antrieb neuen Aufgaben zuzuwenden.

Bei der – eher leichten – saisonalen Herbst- und Winterdepressionen, kann recht gut eine sog. Lichttherapie unterstützen, d.h. eine tagtägliche Bestrahlung|Behandlung durch eine Speziallampe. Diesbezüglich genügt es sich, ca. sechzig Minuten jeden Tag vor einer Lichtquelle ( mit 25000 oder 10000 Lux ) zu setzen und ca. alle 30 Minuten in die Lichtquelle zu sehen. Nebenbei kann auch gelesen werden.

Wenn Ihre Krankheitssymptome erst vor ein paar erstmals aufgetreten sind, so handelt es sich eventuell nur um eine einzige depressive Episode. Hier unterstützen Sie verschiedene Workouts, die ich Ihnen noch näher vorstellen werde. Bei fortschreitender Deutlichkeit der Depression müssen Sie schnellstmöglich einen Facharzt für Psychiatrie und/oder einen Psychologischen Psychotherapeuten aufsuchen.

Sollte Ihre Trauer mit Überanstrengung oder ungesundem Stress im Zusammenhang stehen, so liegt eventuell eine Erschöpfungsdepression oder Burn-Out-Reaktion vor, die Sie eventuell auch durch eine Stressanalyse und eine Pause sowie unterschiedliche Übungen selber in den Griff bekommen können. Falls Ihnen dies nicht glückt, kann Ihnen einPsychologischer Psychotherapeut oder ein Facharzt hilfreich sein.

Bei Hinweisen für folgende Formen der Depression müssenSie auf jeden Fall kompetente Hilfe in Anspruch nehmen:

Falls Ihre {Krankheitssymptome schon früher schon mal über mehrere Tage hinweg Ihr Leben beeinträchtigt haben, so dreht es sich eventuell bei Ihnen  um eine wiederkehrende oder auch rezidivierende Depression.

Wenn Ihre{Krankheitssymptome schon seit einiger Zeit immer wieder in recht milder Form auftreten, Sie aber mit den hauptsächlichen Anforderungen des täglichen Lebens trotzdem fertig werden, so kann es sich um eine Dysthymie handeln. Tage und Wochen mit gutem Befinden können durch Wochen} mit depressiven Symptomen unterbrochen sein.

Als Zyklothemie wird eine dauernde Unbeständigkeit| oder Stimmung betitelt, mit vielen Abschnitten einfacher Depression und leicht Stimmung. Diese Stimmungsschwankungen sind recht leicht und werden von den Patienten ohne Bezug zu Lebensereignissen oder Auslösern gemacht.

Wechseln sich Ihre depressiven Verstimmungen mit euphorischen Zuständen ab, in denen Sie sich eher überaktiv, außergewöhnlich hochgestimmt und dann wieder  reizbar sind, so kann es sich auch um eine bipolare Störung handeln, dereinst auch >> Manisch-Depressive {Erkrankung|Krankheit} << genannt, die dringend medikamentös therapiert werden muss.

Falls Sie eine körperliche Krankheit haben (z.B. eine ernsthafte Infektion, Gehirndurchblutungsstörungen usw) oder sich in einem Hormon-Mangel-Zustand befinden (Essstörungen, Schilddrüsenunterfunktion usw.) kann dies auch eine somatogenen Depression zur Folge haben.

Durch krankhaftem Untergewicht und Bullemie neben Zwängen kann es oft auch zu einer behandlungsbedürftigen Depressionen kommen, selbst dann, wenn die Essstörung schon  wieder überwunden ist.

Eins postpartale Depression verläuft im Unterschied zu dem bereits angesprochenen >> Baby-Blues << bei weitem schwerer und kann 6 Monate oder länger andauern. Sie ist eine Stoffwechselstörung, die unbedingt den Besuch bei einem Psychiater und eine medikamentöse Therapie erforderlich macht. Begleitend kann hier auch – für den notwendigen Aufbau eines guten Mutter-Kind-Kontaktes – eine psychotherapeutische Behandlung helfend unterstützen.

Auch traumatische Erfahrungen vermögen zu depressive Stimmungen zur Folge zu haben. Hier ist oft eine Traumabehandlung durch einen Experten nützlich und sinnvoll.

Bei Verlusterlebnissen wie z.B. dem Tod naher Familienangehöriger oder Verwandter dauert braucht die Zeit des  Trauerns im Allgemeinen ca. 1 Jahr. Die Stimmung ist im Verlauf dieser Zeit häufig gedrückt, wird allerdings normalerweise im Verlauf eines Jahres mehr und mehr auch stunden- oder tageweise besser. Sollte die Trauerreaktion allerdings nach eineinhalb|anderthalb bis zwei Jahren nach wie vor vorhanden  sein und mit  Schuldgefühlen einher gehen, so leiden Sie eventuell unter einer komplexen Trauerreaktion, die einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Therapie bedarf.

Sie sehen, dass es ein Gefühls-Kontinuum von gesunder Verstimmung oder Trauer bis zu einer Depressionen mit Krankheitswert gibt. Sind Sie sich nicht sicher, unter welcher Art von depressiver Stimmung Sie schon länger als zwei Wochen leiden, ist es wesentlich, einen Psychotherapeuten oder Arzt aufzusuchen, der Ihnen gewiss helfen kann, die passende Diagnos zu stellen und Ihre Leidenszeit zu verkürzen.

All diesen Zuständen ist allerdings eines gemeinsam, dass  immer wieder negatives Denken, bzw. selbstabwertende und stellenweise auch unrealistische Gedanken aufkommen. Diese werden dann übermächtig ausgeprägt und beherrschen Ihren Alltag, wenn Sie nicht baldmöglichst gegensteuern.

Berücksichtigen Sie auch  in Ihrem Alltagstrott kleine Wohlfühlinseln zu installieren, sich zu bewegen und Ihrem Alltag eine Struktur zu geben.

Den Teufelskreis durchbrechen

Wenn Sie nicht aktiv gegen Ihre entmutigenden Gedanken und Gefühle angehen, dann kommen Sie leicht in einen belastenden Teufelskreis. Diesem vermögen Sie durch Sofortmaßnahmen (z.B. am Morgen) und Ihren persönlichen positiven {Gedanken und Verhaltensweisen vorbeugen|umgehen und ihn durchbrechen.

Übung: Sofortmaßnahmen morgens

Jede Betätigung ist für Ihre gedrückte Stimmung passender als das Nichtstun. Bitte schätzen Sie jeder der folgende Möglichkeiten von 0 (= nicht möglich) über 5 (gelingt mir) bis 10 (sehr hilfreich) ein und wählen Sie die für Sie hilfreichsten aus. Probieren Sie diese dann über diverse Wochen hinweg, in Ihrem Alltag zu realisieren}.

1.Sofort nach dem läuten des Weckers aufstehen

2. Kalt abduschen

3. Fünf Minuten Morgengymnastik (Hüpfen, Kniebeugen usw.)

4. Abtanzen zu Lieblingsmusik

5. Eine Runde an frischen Luft laufen

6. Telefonieren

7. Zeitung lesen

8. Vor sich hin singen

9. Malen,  Handarbeiten

10. Einkaufen gehen

11. Zehn Leute auf der Straße anlächeln

12. Rad fahren oder Walken

13. Essen bereiten

14. Einen Besuch machen

15. Jemanden seine Hilfe anbieten

16. Schwimmen gehen

17. Comics lesen

18. Kreuzwort-, Logikrätsel oder Sodoku lösen

19. Fünf Wutsätze aufschreiben

20. Die Wohnung säubern

21. Mit den Kindern ein Brettspiel machen

22. Make-up auflegen, sich schmücken und schön ankleiden

23. Ziele aufs Papier bringen

24. Ein Präsent basteln

25. Eine Erledigungsliste erstellen und abarbeiten

Probieren Sie nun den Teufelskreis der Trauer durch Ihre selektierten Tätigkeiten zu durchbrechen und erfahren Sie selber, wie sich dieses Handeln auf Ihre Gedanken, Ihre Emotionen, Ihre Mimik, Ihre Haltung, Ihre Wirkung auf andere und Ihren künftigen Verhaltensspielraum auswirkt. Selbstverständlich ist es wichtig, dass Sie sich Ihre unschönen Gefühle auch zulassen, ihre Bedeutung erforschen, sie akzeptieren und probieren, deren hilfreiche Seite der Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu erkennen.

Sollten sich allerdings Ihre unschönen Gefühle und Verhaltensweisen wie in einem Teufelskreis automatisieren und  >>festfressen <<, dann sind die bezeichneten Sofortmaßnahmen, insbesondere morgens wichtig, um den zu durchbrechen.

Eingehende Google-Suche für dieses Produkt:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

So entspannen Sie richtig

Sitemap