Antworten auf drängende Fragen

 

Antworten auf drängende Fragen, die Ihnen eventuell auf der Seele liegen
Was ist mit mir los?

Wenn Sie darunter leiden sollten, dass sich in den vergangenen Wochen oder Tagen Ihre Stimmung permanent verschlechtert hat, und Sie  energielos, selbtzweiflerischer und inaktiver wurden oder auch ängstlicher, dann leiden Sie eventuell unter einer bestimmten Form der leichteren oder schwereren Depression. Dies kann mit belasteten Vorkommnissen, ungünstigen Angewohnheiten oder auch durch Stoffwechselungleichgewicht in Ihrem Hirn zu tun haben.

Kann ich meine Unlust bewältigen?

Ab und zu ist Ihnen alles zu viel. Negative Gedanken, Unlust, Widerwille,  Antriebsmangel  und Apathie resultieren in dem ganz selbstverständlichen Wunsch,  sich unter der Bettdecke zu verkriechen. Oft ist Ihnen der Tag wie ein unüberwindlicher Berg, und sehr gerne würden Sie sich eventuell nur hinlegen. Hören Sie allerdings möglichst nur ganz eingeschränkt auf diese Gedanken und Gefühle. Je mehr Sie sich ausruhen und zurückziehen, desto ausgeprägter  können Ihre depressiven Stimmungen und die Unlustgefühle sein, bis Sie erst recht nicht  mehr aus dem Bett aufstehen möchten. Je länger Sie untertags im Bett befinden, desto negativer wird – auf lange Sicht betrachtet – Ihr Zustand und desto intensiver werden Sie grübeln und am Abend und in der Nacht eventuell unter Schlafproblemen leiden. Stehen Sie aus diesem Grund so früh wie möglich auf. Planen Sie tagtäglich ausreichend körperliche und geistige Tätigkeiten ein, damit Sie auch am Abend müde sind und gut schlafen können. Die Kraft für Tätigkeiten kommt mit den Aktivitäten selber, in erster Linie zunächst durch körperliche Bewegung Unternehmungen und Kontakte. Nehmen Sie daher in kleinen gut vorbereiteten Schritten wieder am Leben teil, das vertreibt kontinuierlich ein wenig mehr die Unlust. Zur gleichen Zeit ist es wesentlich, den ungesunden Stress zu  verringern.

Soll ich mich schonen oder fordern?

Für Sie hören sich die  zwei Weiterempfehlungen eventuell kontradiktorisch an. Zum einen Ihren ungesunden Stress zu verringern (das ist gesunder Selbstschutz) und andererseits tunlichst aktiv zu sein (das ist gesunder Energieaufbau). Das ist wirklich wie ein Balanceakt für Sie. Ungesunder Stress macht in erster Linie geistig und psychisch schwach. Ausgeglichene Tätigkeiten in Maßen,führen eher zu einer gewünschten körperlichen Müdigkeit.Versuchen Sie aus diesem Grund nach dem Motto zu leben „lieber  positiv aktiv als passiv depressiv“.

Wie soll ich Entscheidungen treffen}?

Niemand von uns kann in die Zukunft schauen, aus diesem Grund kennen wir nie hundertprozentig, welche Entscheidung richtig ist. Differenzieren Sie zwischen langfristigen und kurzfristigen,  und großen Entscheidungen. Depressive Personen überschätzen oft die Relevanz einer noch so kleinen Entscheidung. Aus diesem Grund unterstützen eher kleine Tricks  aufschreiben und blind mit dem Finger drauftippen oder alphabetisch verfahren (daheim bleiben oder rausgehen? – also rausgehen!). Verschieben Sie die langfristigen und großen Entscheidungen auf die Zeit, wenn es Ihnen wieder besser geht.

Was kann ich gegen meine Selbstvorwürfe tun?

Wenn Sie in Ihrer Kinderzeit Abwertungen durch Eltern, Pädagogen, Mitschülern usw. erfahren mussten, dann werden Ihnen diese alten, verkehrten, unangemessenen Sätze – v.a. in einem geschwächten Zustand – wie Blitze in den Kopf schießen. Das sind aber meist nur alte, überholte Erzieher- oder Hänselsätze, die für Sie heute, als erwachsene Person, nicht länger passen (und ziemlich sicher  hat das kleine Kind diese Sätze auch nicht verdient!!!). Sagen Sie sich „das ist altes, überhöhtes Zeug von einst und hat heute keine Relevanz mehr für mich“.

Widersetzen Sie sich  diesen ungehörigen Sätze mit einem symbolischen Schutzschirm und behandeln Sie sich wenigstens selber ebenso freundlich, wie Sie anderen Leute begegnen. Die Würde Ihrer Frau/Ihres Mannes würden Sie auch nicht attackieren durch Sätze wie „Du bist nichts, kaum etwas wert, eine Versagerin, dumm, blöd, kannst kaum etwas, bist armselig …“. Wenn Sie sich – wie alle Leute dieser Welt – mal unbeholfen gehandelt haben, dann stellen Sie bitte nicht auf Anhieb den  Wert Ihrer Person infrage.

Wie kann ich meine Selbstvorwürfe loswerden?

Fast nie machen wir „absichtliche“ Fehler. Sollte es sich um einen ganz bewussten oder absichtlichen Fehler handeln oder einen absichtlich herbeigeführten Schaden, den Sie jemanden anderen zugefügt haben, dann wären Ihre Selbstvorwürfe} oder Ihre Gewissensbisse gerechtfertigt.  In diesem Fall  brauchen Sie  selbstverständlich auch nicht zu grübeln, stattdessen} versuchen Sie sich einfach nur zu „entschuldigen“ oder den Fehler wiedergutzumachen.

Die Selbstvorwürfe, mit denen Sie sich in Ihrer Depression herumplagen, sind allerdings meist übersteigerte, unangemessene, schlechte Gedanken und keine natürlichen Gefühle. Mit Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen vermögen Sie die kleinen und größeren – ganz alltäglichen menschlichen – Fehler des Lebens  nicht  rückgängig zu machen. So mancher unbeabsichtigte „Fehler“ hat sich darüber hinaus nach einiger Zeit schon als „Segen“ herausgestellt. Selbstvorwürfe sind aus diesem Grund meist total unnötig. Bauen Sie Ihre Selbstvorwürfe mit guten Gedanken|Sorgen ab und investieren Sie stattdessen in Ihre  existierende Gegenwart und  in Ihre Zukunft. Sollten Sie  ungelöste Probleme mit sich rumtragen, dann hilft es immer, sich bei einer Vertrauensperson auszusprechen, anstatt  sich in einem Schuldgefühlekreislauf zu verfangen.

Wie gehe ich mit meinen Minderwertigkeitsgefühlen um?

Sie sind nicht minderwertig, sondern statt dessen sind Sie vermutlich krank. Diese Erkrankung mit den diversen Stoffwechselproblemen in Ihrem  Hirn ist der Auslöser Ihrer abwertenden Gedanken und {Gefühlen, nicht Sie selber. Wenn Sie sich einen Arm gebrochen haben, dann stellen Sie ja auch nicht den Wert Ihrer gesamten Person in Frage. Sagen Sie sich aus diesem Grund „diese belastenden Gedanken über mich sind meine Erkrankung und nicht ich selbst“. Unterziehen Sie Ihre Gedanken schriftlich einer Überprüfung und beweisen Sie sich selber, dass Sie oft nur Denkfehlern, (Übertreibungen,belastenden Prophezeiungen,Kathastrophisieren usw.)auf den Leim gehen.

Komme ich je aus diesem Zustand wieder heraus?

„Ja“. Sie haben, genauso wie viele weitere Betroffene die Möglichkeit Ihren Zustand zu verbessern oder sogar ganz zu bewältigen.Probieren Sie es – bei leichteren  Erkrankungen – erst einmal mit Selbsthilfe, z.B.mit den Anwendungen der diversen Selbsthilfeübungen in meinem Blog. Wenn Sie nach{einigen Tagen  keine Bessderung empfinden sollten, dann suchen Sie auf jeden Fall einen Psychologischen Psychotherapeuten auf, der sich auf Verhaltenstherapie spezialisiert hat. Gehen Sie  darüber hinaus zum Arzt. Er prüft, ob Sie für ein Antidepressivum in Frage} kommt.

Wann soll ich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen?

Wenn Sie eine einfache Depression ohne Suizidgedanken haben,dann können Sie es erst einmal mit Selbsthilfemaßnahmen probieren. Wenn Sie dafür keine Kraft haben und sich die Krankheitssymptome nach 4 bis 8 Wochen intensiven Selbsthilfe-Bemühens nicht verbessern, dann kann eine Akutbehandlung angemessen sein. Bei sehr schwerwiegenden Depressionen rate ich Ihnen erst einmal  eine stationäre Behandlung.

Es existieren Leitlinien zur Behandlung Psychotherapieaffektiver Störungen – die Sie der nachfolgenden Auflistung entnehmen können -, nach denen sich Ihre Behandler auch richten werden.

Stufenweise Weiterempfehlungen zur Depressionsbehandlung
Niedrigschwellige Maßnahmen:
  • Selbsthilfe
  • Erkennung von Krankheiten,
  • Selbstbeobachtung, Selbstkontrolle
  • Beratung, stützende Gespräche, Clinical Management, Psychoedukation
Akutbehandlung
  • Psychotherapie als Einzel-, Gruppen- oder Paartherapie
  • Medikamentöse Therapie
  • Verknüpfung von medikamentöser und psychotherapeutischer Therapie
  • Erhaltungstherapie, Redizivprophilaxe
  • psychotherapeutische Erhaltungstherapie
  • Medikamentöse Erhaltungstherapie
  • Kombinierte Erhaltungstherapie
Erhaltungstherapie, Rezidivprofylaxe
  • Psychotherapeutische Erhaltungstherapie
  • Medikamentöse Erhaltungstherapie
  • Kombinierte Erhaltungstherapie

In meinem nächsten Beitrag werden Sie  eine Menge Selbsthilfemöglichkeiten und detallierte Informationen finden. Wählen Sie diejenigen für Sie aus, die Ihnen persönlich hilfreich erscheinen.

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