Angst und Panik

Was wir gegen die Angst im Kopf machen können

“ Wenn das Gefühl nicht weggeht, will ich nicht länger leben.“ Nur zu oft höre ich diese Aussage von Leuten, dieausgeprägt unter Angst leiden. Sie können es sachlich sagen oder in einem dramatischen Ton, aber alle empfinden dasselbe: Mit der Angst und ihren unterschiedlichstenKrankheitssymptomen scheint das Leben oft nicht mehr lebenswert. Warum erzeugt Angst, das  leistungsfähige Menschen aus dem Leben ausbrechen möchten? Empfindungen von Schreck oder Panik vermögen ohne Zweifel absolut überwältigend sein. Tatsächlich sind es exakt die selben Gefühle, die man verspüren würde, wenn das Allerschlimmst tatsächlich eintreten würde.

 

In unserem Jahrtausend findet man die Angst fast überall. In unserer Leistungsgesellschaft hatte fast jeder Zehnte wenigstens einmal in seinem Leben eine ernstzunehmende Angststörung. Es sind etwa die doppelte Anzahl Frauen als Männer betroffen. In den USA beläuft sich die Zahl derer, die einmal im Leben von einer Panikattacke ereilt werden, auf fast ein Drittel der Einwohner. Diese Menschen werden sechsmal öfter in die Psychiatrie eingewiesen wie Menschen ohne Angst. Allzu oft greifen Menschen, die unter Panik oder Furcht leiden, zu Medikamenten, um sich rasch  Erleichterung zu verschaffen. Aber genau das hindert sie daran, zu begreifen, was mit ihnen passiert, und weitere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, mit denen sich die Angst besiegen ließe. Die Therapie mit Medikamenten, die von den Krankenkassen und Pharmakonzernen zuallererst als Mittel der Wahl gegen Angst betrachtet wird verliert bei der Öffentlichkeit an Glaubwürdigkeit, weil gesehen wird, dass viele Medikamente schlimme Nebenwirkungen haben und dass die Krankheitssymptome zurückkommen, wenn man sie absetzt.

Die gute Nachricht ist, dass die jetzige Neurowissenschaft das medizinisch-therapeutische Verständnis der Angststörung nachhaltig gewandelt hat. Man weiß heute, dass Angst aus speziellen Schwierigkeiten der Gehirnstruktur und Gehirnfunktionen entsteht. Das  bedeutet auch, dass Menschen ihr Hirn verwenden können, um es zu ändern}. “ Use your brain to change your brain „ – diesen Leitgedanken kann man im Englischen viel griffiger ausdrücken als in der deutschen Sprache und soll deshalb hier und an anderen Stellen meiner Beiträge als eine Art Grundsatz von allgemeiner Geltung stehen. Arzneimittel sind nur eine Möglichkeit unter zahlreichen – Menschen vermögen ihre Angst auch dadurch vermindern, dass sie bestimmte Aspekte ihres Lebensstils, Denkens und Verhaltens ändern.

So entspannen Sie richtig

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