Erste Hilfe bei Vergiftungen

Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, sollten Sie umgehend den Giftnotruf und bei Lebensgefahr den Notarzt (112) anrufen. In der Zwischenzeit gilt es, Erste Hilfe zu leisten und wichtige Hinweise zur Art der Vergiftung zu sammeln. Die Giftnotrufzentralen leiten Sie am Telefon bei den ersten Schritten an. Das kann Leben retten.

Vergiftung: Um sie richtig zu behandeln, muss man sie erst einmal erkennen. (Quelle: metamorworks/Getty Images)

Vergiftung erkennen und Erste Hilfe leisten

Vergiftungen sind nicht immer unmittelbar zu erkennen. Wie das Deutsche Rote Kreuz informiert, kann eine Summierung verschiedener Symptome den Verdacht erhärten. Hierzu gehören neben Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auch Verhaltensauffälligkeiten wie Erregungszustände, Schock, Bewusstseinsstörungen sowie in schlimmen Fällen Atemstörungen oder sogar ein Atemstillstand. Eindeutige Hinweise können zusätzlich aufgefundene Medikamente oder offensichtliche Reste von Gift sein.

Wurde die Vergiftung durch Einatmen beispielsweise von Kohlenmonoxid oder anderen Gasen verursacht, sollten Sie zunächst an Ihre eigene Sicherheit denken, bevor Sie Erste Hilfe leisten. Wenn es Ihnen gefahrlos möglich ist, sollten Sie das Opfer in Sicherheit bringen. Ist dieses bewusstlos, überprüfen Sie seine Vitalzeichen. Können Sie keine Atmung oder Puls vernehmen, beginnen Sie umgehend mit den Wiederbelebungsmaßnahmen.

Fordern Sie andere Personen auf, währenddessen den Notruf zu informieren. Können Sie hingegen Vitalzeichen feststellen, bringen Sie das Opfer in die stabile Seitenlage, um einem Ersticken durch Erbrochenes vorzubeugen. Anschließend sollten Sie zunächst den Rettungsdienst alarmieren und dann die Giftnotrufzentrale informieren.


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Giftnotruf: Wichtige Informationen für Rettungsmaßnahmen

Auch in dem Fall, dass die vergiftete Person bei Bewusstsein ist, sollte der erste Anruf beim Giftnotruf erfolgen. Die Zentralen sind rund um die Uhr erreichbar. Je mehr Informationen Sie zum Fall geben können, desto besser können Ihnen die Experten dabei helfen, Erste Hilfe zu leisten: Wie alt ist das Opfer, wie schwer ist es ungefähr, welches Gift hat es eingenommen (Medikamente, Hersteller, Pflanzen) und in welchen Mengen?

Hier finden Sie die Liste der Giftnotrufzentralen im gesamten Bundesgebiet.

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen zu vermeiden sind

Grundsätzlich vermeiden sollten Sie es hingegen, eigenständig Maßnahmen zu ergreifen wie beispielsweise das Herbeiführen von Erbrechen. Handelt es sich bei dem Gift um eine ätzende Substanz, könnten Sie auf diese Weise eine weitere Verätzung der Speiseröhre verursachen. (Erste Hilfe bei Verätzungen: Tipps)

Auch Präparate wie Kohletabletten sollten Sie nicht ohne Weiteres verabreichen. Ist unter Umständen eine endoskopische Untersuchung notwendig, würden Sie diese so unnötig erschweren. Sinnvoll ist es hingegen, bei Vergiftungen Flüssigkeit zu verabreichen, wenn es sich dabei um Wasser, Tee oder Saft handelt. Verzichten sollten Sie unbedingt auf Milch.

Falls Sie der Giftnotruf auffordert, den Patienten in ein Krankenhaus zu bringen, empfiehlt es sich, das vermeintliche Gift samt Verpackung mitzunehmen. Erbricht das Vergiftungsopfer von allein, versuchen Sie das Erbrochene mit einer Schüssel oder einem Eimer aufzufangen. Dieses könnte ebenfalls hilfreiche Aufschlüsse über Art und Schwere der Vergiftung geben.

Verwendete Quellen:

 

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