Demenz: Ursachen und Symptome

Gedächtnisverlust

Demenz: Es gibt verschiedene Formen von Demenzerkrankungen, die alle zum Verlust der Denkfähigkeit führen. (Quelle: Getty Images)

In manchen Alltagssituationen streikt das Gedächtnis, wirkt eine gewohnte Umgebung plötzlich fremd. Das ist keine Frage des Alters: Oft ist Stress die Ursache für Blackouts. Wann aber deuten Vergesslichkeit und Desorientierung auf eine beginnende Demenz hin? Lesen Sie alles zu Ursachen und Symptomen der Krankheit.

Was ist Demenz?

Demenz (lateinisch „de“ = fehlend; lateinisch „mens“ = der Geist) ist der medizinische Oberbegriff für eine fortschreitende, unheilbare Veränderung des Gehirns. Sie führt zum allmählichen Verlust der Denkfähigkeit und des Gedächtnisses, zu Verwirrtheit und Veränderungen der Persönlichkeit. Mit fortschreitendem Verlauf der Krankheit sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, ihren Alltag selbständig zu bewältigen.

Demenz gilt als Volkskrankheit. In Deutschland leiden mehr als 1,5 Millionen Menschen an dem unheilbaren Gedächtnisverlust. Bis zum Jahr 2050, so die Prognose der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, soll die Zahl der Betroffenen auf drei Millionen ansteigen.

Formen von Demenz

Es gibt verschiedene Formen von Demenzerkrankungen, bei denen der Gedächtnisverlust unterschiedliche Ursachen hat:

  • Alzheimer: Die häufigste Form der Demenz ist die sogenannte Alzheimer-Demenz, kurz Alzheimer. Sie macht 50 bis 70 Prozent aller Demenzerkrankungen aus. Die Krankheit ist nach dem deutschen Arzt Alois Alzheimer benannt. Er beschrieb sie im Jahr 1906, nachdem er im Gehirn einer verstorbenen Patientin charakteristische Veränderungen festgestellt hatte. Die Ursache für Alzheimer ist das Absterben von Nervenzellen und Nervenverbindungen im Gehirn.
  • Vaskuläre Demenz: Die zweithäufigste Form ist die Vaskuläre Demenz. Der medizinische Begriff „vaskulär“ bedeutet so viel wie „gefäßbedingt, durchblutungsbedingt, die Blutgefäße betreffend“. Eine Vaskuläre Demenz wird meist durch kleine Schlaganfälle ausgelöst, die das Hirngewebe absterben lassen.
  • Lewy-Körper-Demenz: Die Lewy-Körper-Demenz ist die dritthäufigste Form aller Demenzerkrankungen. Die Ursachen und Symptome ähneln denen von Alzheimer. So lagern sich ebenfalls Eiweißreste – die so genannten Lewy-Körperchen – in den Nervenzellen des Gehirns ab, die die Kommunikation stören. Zwar bleibt das Gedächtnis länger erhalten als bei Alzheimer, aber es treten häufiger Sinnestäuschungen und Halluzinationen auf. Die Demenzform ist nach dem Berliner Neurologen Friedrich H. Lewy benannt, der das Krankheitsbild erstmals in seinem im Jahr 1912 erschienen Buch über die „Paralysis agitans“ beschrieb. An dieser Demenzform war auch der Hollywoodstar Robin Williams erkrankt.
  • Morbus Pick: Eine seltenere Form der Demenz ist der Morbus Pick. Wissenschaftlich dokumentiert wurde Morbus Pick um 1900 von dem Prager Neurologen Arnold Pick. Er stellte bei der Obduktion früh verstorbener, damals als „Schwachsinnige“ bezeichnete Patienten einen ungewöhnlichen Gewebeschwund in deren Gehirnen fest und stufte dieses Phänomen als eigene Krankheit ein.

Symptome: Mögliche Anzeichen für eine Demenzerkrankung

Demenz kann sich durch folgende Symptome äußern:

  • Liegenlassen von Gegenständen an „falschen“ Plätzen: Bei Betroffenen kommt es vor, dass sie Gegenstände an „falsche“ Plätze legen: zum Beispiel den Schlüsselbund in den Kühlschrank, das Portemonnaie in den Mülleimer, die Armbanduhr in eine Schublade. Später können sie sich nicht mehr daran erinnern, wo sie die Dinge „verlegt“ haben.
  • Stimmungsschwankungen: Menschen mit Demenz können aber in ihrer Stimmung sehr abrupt schwanken, oft ohne erkennbaren Grund.
  • Antriebslosigkeit: Demenzkranke verlieren das Interesse an ihrer Arbeit oder ihren Freizeitbeschäftigungen, finden aber auch keine alternativen, neuen Beschäftigungen.
  • Orientierungslosigkeit: Menschen mit Demenz können in der eigenen Wohnumgebung die Orientierung verlieren und haben kein Zeitgefühl.
  • Mangelnde Wahrnehmung von Umwelt, Jahreszeiten und Klima: Beispielsweise im Hochsommer hüllt sich ein Dementer in Schal und Mantel, bei winterlichen Temperaturen trägt er Sandalen oder geht im Morgenmantel zum Einkaufen.
  • Messeinheiten und Zahlen sind kryptisch: Menschen mit Demenz haben Probleme, die Uhr zu lesen, Zahlen zuzuordnen oder simple Rechenaufgaben zu lösen.
  • Vergesslichkeit im Alltag: Der oder die Betroffene vergisst, das Wasser in der Badewanne abzustellen, das Gargut aus dem Ofen oder vom Herd zu nehmen, das Haustier zu füttern.
  • Wortfindungsstörungen: Es fällt schwer, bekannte Dinge und Gegenstände zu benennen, einfache Worte und Sätze zu formulieren und zu schreiben. Stattdessen werden Phrasen x-fach wiederholt.
  • Wesensveränderung: Eine Person, die bislang friedfertig und zurückhalten war, reagiert zunehmend aggressiv und aufbrausend und umgekehrt.

Wer feststellt, dass das Gedächtnis stetig nachlässt und/oder weitere der oben aufgeführten Symptome bei sich beobachtet, sollte einen Termin beim Hausarzt oder einem Facharzt vereinbaren.

Verwendete Quellen:

  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft
  • Statista

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